Quo vadis KI? Lässt sich der Ball flach halten?

Ist die Angst des Menschen überflüssig zu werden vielleicht weder neu noch berechtigt? Oder wird uns die Konkurrenz durch die KI sogar vor Augen halten, was wir Menschen für eine Rolle spielen sollten und spielen?
Natürlich bleibt auch Torsten die etwas philosophische Frage, wo die KI-Reise den hinführen könnte, nicht erspart. Seine Antworten klingen wie ein Plädoyer zu Besonnenheit und Optimismus. Er selbst kommt ursprünglich aus dem Themenbereich Automatisierung und hat früher Industrieanlagen programmiert. „Ich habe die Diskussion noch im Kopf, als die Roboter in den Fertigungsstraßen auftauchten und es hieß, bald arbeiten hier keine Menschen mehr. Das hat sich nur zum Teil erfüllt, da arbeiten noch immer Menschen, aber sie machen andere Jobs.“ Er findet, dass wir in vielen Bereichen froh sein können, Roboter zu haben und hat dafür ein einleuchtendes Beispiel: „Möchtest du als Bombenentschärfungs-Experte direkt an der Bombe arbeiten oder lieber eine Drohne haben, die du per Fernsteuerung dahin bewegst?“
„Die KI greift uns in
einem Bereich an, von dem wir
bisher gedacht haben, er ist
überhaupt nicht angreifbar.“
Torsten Pistor
Was jetzt mit dem Einsatz der Sprachmodelle gekommen ist, ist aber auch für Torsten eine andere Ebene. „Die KI greift uns in einem Bereich an, von dem wir bisher gedacht haben, er ist überhaupt nicht angreifbar. Das ist das Thema geistige Arbeit. Das Ding schreibt Texte, das Ding bewertet Texte, das Ding macht so gute Entscheidungsvorbereitung, dass du dich fragst, was mache ich eigentlich noch hier?“
„Vielleicht besinnen wir uns dann darauf,
was uns Menschen eigentlich ausmacht, und
wie wir als Menschen unterwegs sind.“
Torsten Pistor
„Ich drücke es mal ganz simpel und drastisch aus. An vielen Stellen produzieren wir Menschen wahnsinnig viel Brain-Fuck. Und zum Teil definieren wir uns mitunter auch über diesen Brain-Fuck. Und jetzt kommt die KI und sagt, was ihr an Brain-Fuck rausbringt, das kann ich auch.“ Und da stellt sich aus Torstens Sicht die Frage, „was macht uns denn als Menschen aus? Also was ist das, was nur wir können? Was ist das, was eine KI nie können wird? Kann KI Beziehungen, kann KI Verbindung, kann KI Empathie, Resonanz, Präsenz? Sie kann all das spielen, aber nicht wirklich aufbauen. Auf einer philosophischen Ebene birgt das natürlich sowohl die Gefahr, dass Menschen sich fragen, was bin ich denn jetzt noch wert? Und dann in ein Loch fallen. Aber du kannst es auch umgedreht sehen – wenn wir uns von dem ganzen Brain-Fuck mal losmachen – vielleicht besinnen wir uns dann darauf, was uns Menschen eigentlich ausmacht, und wie wir als Menschen unterwegs sind.“
Hinweis: Das Headerbild dieses Beitrags wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt.