Stress-Testing, Puzzle-Game und ein bisschen Freestyle: Unsere neuen Azubis bei BRANDAD

Andere Unternehmen tauschen ihre Azubis gegen Copilot. Wir tauschen lieber Fragen gegen Antworten — und haben unsere zwei neuen Azubis genau deshalb interviewt. Filip und Romeo starten zum neuen Ausbildungsjahr ihr Game bei BRANDAD Development, beide frisch in der Ausbildung zum Anwendungsentwickler. Was Stress-Testing, ein Puzzle-Game und Freestyle damit zu tun haben? Lest selbst.
Step 1: Charakterauswahl
Bevor irgendein Boss besiegt wird, muss erstmal der Charakter feststehen. Bei uns heißen die beiden Filip und Romeo.
Filip, 20, ist vor rund zehn Jahren aus Polen nach Deutschland gekommen. Sein Talent hat er sich nicht in der Theorie geholt, sondern beim Modden — Spiele umgebaut, Cheats geschrieben, Learning by Doing im besten Sinne.
Romeo, 22, kommt aus Fürth und programmiert auch schon fast seit 10 Jahren.
Step 2: Spielmodus wählen
Jeder Charakter hat seine eigene Spielweise, und die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein.
Auf die Frage, welches Computerspiel-Genre er wäre, überlegt Romeo kurz — und landet dann beim Puzzle-Game. Titel seiner Wahl: „Most complicated puzzle game." Auf die Frage hin, wie er denn zum Puzzle-Genre kommt, sagt er: „...dass mein Leben bisher wie ein Puzzle gelaufen ist. Ich löse öfters Dinge auf komplexere und nicht herkömmliche Wege, zum Beispiel wenn ich zuhause mit Freunden an Projekten arbeite. Natürlich freut es mich auch, wenn ich das nächste Stück gelöst habe, stehe dann aber direkt wieder vor dem nächsten Rätsel."
Genauso direkt beantwortet er auch die Frage, ob KI und Vibe Coding seine Ausbildung leichter oder schwerer machen: „Früher hättest du stundenlang recherchieren müssen, wenn du eine Sprache nicht kanntest. Heute fragst du einfach die KI: die sieht deinen Bildschirm, sieht deinen Code, und antwortet direkt." Ob er die KI dann auch einfach für sich lernen lassen will, verneint er sofort. „Der Unterschied besteht darin, dass man es aber könnte."
Filip tickt anders. Betrachtet man sein Leben als Softwareprojekt, steckt er mitten in der Testing-Phase — „Stress-Testing, auf jeden Fall!", wie er selbst sofort auf die Frage antwortet. Warum? Weil er noch nicht sicher ist, ob er schon die nächste Phase starten will, oder lieber erstmal alles ausprobiert und testet, ob es zu ihm passt. Eine ziemlich reflektierte Antwort für jemanden, der gerade erst am Anfang steht.
Und wenn wir schon am Anfang des Lern-Weges sind: Nach seiner Wunsch-Superkraft fürs Programmieren gefragt, würde er am liebsten das komplette Wissen einfach im Kopf haben. Keine Recherche mehr nötig, einfach draufschauen, verstehen, umsetzen. „Du wärst also gerne eine KI", merke ich an. Seine Antwort: „Ja, sowas in der Art. Aber ohne Fehler oder Halluzinationen."
Step 3: Der Bosskampf, den wir nicht mitspielen
Und dann kommt die Frage, die in der Tech-Branche in letzter Zeit heiß diskutiert wird. Der Trend ist eindeutig: Einstellungen von Azubis und Young Professionals gehen zurück. „Azubi raus, Copilot rein" heißt die inoffizielle Devise vieler Unternehmen. Warum machen wir das bei BRANDAD anders?
Die Antwort kommt von Philip, unserem Ausbilder (Nicht zu verwechseln mit Azubi Filip. Ja, die Namen sind fast identisch, aber der Teufel liegt eben im Detail). Er verweist auf unseren Geschäftsführer Joachim, der ganz bewusst gegen den Trend steuert: „Bei uns geht es darum, den beiden hier einen Ort zu geben, wo sie wirken können. Wenn sie sagen, sie coden gerne den ganzen Tag — dann machen sie das genau hier bei uns."
Und dann wird er noch deutlicher: „Natürlich sind Azubis erstmal eine Zeit lang nur Investition und bringen uns keine Einnahmen. Aber eines Tages geben sie das durch gute Arbeit einfach zurück." Bis dahin bringen sie außerdem noch etwas mit, was die KI nur schwer liefern kann: Zwei vollkommen neue Charaktere, die jeden Team-Speak erfrischen und neue Perspektiven und Ansätze in unser Software-Game liefern.
Was seit jeher für unsere Azubis ein ganz besonderes Feature ist: Für die beiden gibt es keinen fixen Lehrplan. „Ich musste die Beiden erstmal kennenlernen.", erklärt Philip. „Und dann daran aufbauend entscheide ich, was wir genau machen." Würden sie einen vorher festgelegten Lehrplan durchlaufen, könnte es sein, dass einige Kapitel für die beiden mit ihrem Vorwissen überhaupt keinen Sinn ergeben. So konzentrieren sie sich lieber auf Inhalte, die wirklich neu und zielführend für Filip und Romeo sind. Sein Fazit, mit einem Grinsen: „Ist schon ein bisschen Freestyle."
Auf die Frage was sich durch Tools wie Copilot an der Ausbildung am meisten verändert hat, geht Philips Antwort über die Ausbildung selbst hinaus: „Es hat sich nicht nur die Ausbildung geändert, sondern die ganze IT-Welt." Er zieht den Vergleich zur Zeit, als das Internet neu war: „Das war komplett was anderes, und genau das erleben wir gerade wieder, mit diesem KI-Boom, der momentan auch ein bisschen im Chaos abdriftet, weil noch keiner so richtig weiß, wie das alles
funktioniert und es noch keine klaren, altbewährten Regeln gibt."
Bei der IHK-Prüfung, vermutet er, wird sich davon erstmal wenig widerspiegeln — „strukturell bedingt, durch Papierkrieg." Sein Fazit für Filip und Romeo: „Ihr müsst wahrscheinlich für die IHK trotzdem noch den alten Kram lernen. Aber hier bei uns gehen wir mit der Zeit."
Was wir daraus mitnehmen
Weder Filip noch Romeo sind über den klassischen Weg zum Code gekommen, sondern über Neugier und Spielspaß — das ist eine Motivation, die sich durch keinen Copilot der Welt ersetzen lässt. Beide wissen noch nicht genau, wo die Reise hingeht, aber sie haben sich schon genau überlegt, warum sie gerade dort stehen, wo sie stehen. Genau diese Reflexionsfähigkeit und Flexibilität ist in einem Job Gold wert, der sich alle paar Monate neu erfindet.
Für uns ist ein Azubi dabei keine Kostenstelle, die man durch ein Tool ersetzt, sobald es günstiger wird, sondern eine Investition in einen Menschen — und genau die menschliche Komponente ist das, was uns keine KI der Welt abnehmen kann. Selbst der ehrlichste Ausbilder kann die Bürokratie nicht überholen, aber er kann seinen Azubis beibringen, mit Unsicherheit und permanentem Wandel umzugehen. Und das ist am Ende die Superkraft, die wirklich zählt.
Game Over? Nein, New Game +
Fest steht: Während anderswo der nächste Copilot-Release gefeiert wird, feiern wir bei BRANDAD lieber zwei neue Kollegen. Nicht weil KI uns egal wäre — sondern weil wir wissen, dass die Mischung aus beidem am Ende das bessere Spiel ist. Willkommen im Team, Filip und Romeo.
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