KI – wie sie kam, was sie kann, und warum sie (noch) kein Kollege ist!

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Und wenn KI doch nicht das Monster ist, das plötzlich hinter dem Vorhang hervortrat, um nach der Macht zu greifen? Aber auch nicht der Heilsbringer, der bald alle unsere Probleme lösen wird? Die Wahrheit liegt – wie so oft – irgendwo dazwischen, findet Torsten Pistor, COO bei BRANDAD und Dozent an der Hochschule Ansbach für Change-Management und Digitale Transformation. Für ihn ist KI ein Buzzword, zu dem jeder schnell eine Meinung hat – aber das Wissen darüber sei oft sehr oberflächlich, die Einschätzung ihrer Fähigkeiten nicht realistisch.
„Weder zu viel Angst vor dem KI-Einsatz
noch ein zu starkes Beschönigen ist hilfreich.
Wir brauchen ein realistisches Einschätzen
und einen bewussten Umgang.“
Torsten Pistor
Die KI unterm Weihnachtsbaum
Die Meinungen gehen auch bei der BRANDAD auseinander. Torsten erinnert sich noch, wie im November 2022 ChatGPT online gegangen ist, „mitten in der Jahresendrallye, da haben wir nur so mit halbem Auge drauf geschaut, dann kam Weihnachten“. Erst in den Ferien hatte er Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. ChatGPT – was ist das überhaupt? Er holt sich einen Testzugang, „klimpert ein bisschen rum und findet es creepy“. Bei der BRANDAD gibt es einen Open Space, in dem man alle Themen platzieren kann. Nach den Weihnachtsferien hat er hier „die Hand gehoben und gesagt, hey Leute, ich habe mal ein bisschen rumgespielt – was glaubt ihr?“
Das war der Funken, der eine unaufhaltbare Diskussion entfachte – alle sind involviert. Nicht zuletzt, weil die meisten auch bereits rumgespielt, getestet, gestaunt und gegrübelt haben – der ein oder andere hat sogar schon erste Verschaltungen probiert. Und ganz schnell sei man zu der grundlegenden Frage gekommen, zum Monster hinter dem Vorhang: Was bedeutet KI für Softwareentwicklerinnen und -entwickler? Braucht es die in Zukunft überhaupt noch, oder sind sie bald obsolet? „Für die einen“, erzählt Torsten, „war es nur eine Frage der Zeit, bis das Ding einen fertigen Code erstellt – die anderen hielten es für zu limitiert“. Einig waren sich alle aber in einem Punkt: Dass man an dem Thema dranbleiben will, mehr erfahren, testen, es von allen Seiten beleuchten!
Tiefer ins Thema mit der Hochschule Ansbach
Das war der Beginn eines intensiven Austauschs mit der Hochschule Ansbach, im Besonderen mit Prof. Dr. Sigurd Schacht, Studiengangsleiter für Angewandte Künstliche Intelligenz und Digitale Transformation. Torsten erinnert sich noch, als wäre es gestern gewesen. Eine Lern-Convention – wie sie bei der BRANDAD mehrmals im Jahr für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stattfindet – stand für den 23. März 2023 an. Auf der Suche nach jemandem „der von außen mal ein bisschen Licht ans Fahrrad baut“, nutzte er bestehende Kontakte zur Hochschule Ansbach. Denn „im eigenen Saft miteinander zu reden, ist zwar schön, bringt einen aber perspektivisch nicht weiter“. Es war dann Prof. Dr. Sigurd Schacht persönlich, der auf der Lern-Convention eine Keynote hielt und „überhaupt erst mal erklärt hat, was das Zeug eigentlich macht“.
Die Veranstaltung hat viele tiefe Einblicke geboten, unter anderem in die Webentwicklung mit KI, zu smarten Social-Robots, in Natural Language Processing und Textklassifikation oder in das Potenzial von ChatGPT bei der Softwaredokumentation. Wie rasant die Entwicklung sein wird, konnte man damals aber dennoch nur erahnen. ChatGPT-Klone, die komplett lokal laufen, schienen noch Jahre entfernt – „keine acht Wochen später zeigten uns die wissenschaftlichen Mitarbeitenden der Hochschule Ansbach, wie sie genau das bereits praktisch bei sich einsetzen“, erzählt Torsten.

Lern-Convention im März 2023 zum
Thema KI mit Prof. Dr. Sigurd Schacht
Die Chemie zwischen der BRANDAD und der Hochschule Ansbach stimmt und der Austausch wurde intensiviert. Mit Vectorsphere geht ein erstes gemeinsames Projekt an den Start, es beschäftigt sich mit dem Auslesen von Informationen und Wissen aus Podcasts durch KI. Þ Mehr über Vectorsphere.
Die Zusammenarbeit von BRANDAD mit der Hochschule Ansbach und Prof. Dr. Sigurd Schacht, „der einfach eine unfassbare Expertise hat“, sieht Torsten als „absolute Luxussituation“. Man ist „nicht darauf angewiesen, irgendwo ein Paper zu entdecken oder Artikel in Fachzeitschriften zu lesen. Man arbeitet direkt mit Forschenden zusammen und ist beim Thema KI inhaltlich ganz vorne mit dabei – wo steht die Entwicklung, wo geht es bei den selbstgehosteten Modellen hin, was machen die großen Modelle …“.
Hinweis: Das Headerbild dieses Beitrags wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt.